Linux und Windows HelpDesk

OVA-Datei aus VirtualBox oder VMware importieren.

Möchte man eine virtuelle Maschine aus VirtualBox oder VMware in Proxmox importieren, benötigt man eine *.ova-Datei der jeweiligen VM. Die OVA-Datei muss man sich zunächst aus VirtualBox oder VMware exportieren und auf Proxmox kopieren.
Die OVA-Datei wird nicht wie ein ISO-Image über die Web-GUI auf Proxmox übertragen, sondern muss z.B. per WinSCP oder auf einem anderen Weg zu Proxmox übertragen werden. Die OVA-Datei kann im root-Verzeichnis abgelegt und im Anschluss ohne weiteres wieder gelöscht werden.

Im ersten Schritt wird die OVA-Datei entpackt, denn sie ist nichts anderes als eine Archivdatei.

# tar -xvf debian64.ova -C ./debian
debian64bit.ovf
debian64bit-disk001.vmdk
debian64bit.mf

Die Option -C [Verzeichnis] sorgt dafür, dass der Inhalt der OVA-Datei in ein anderes Verzeichnis entpackt wird. Das angegebene Verzeichnis muss bereits existieren. Auf diese Option kann natürlich auch verzichtet werden.

Man erhält im Ziel eine *.ovf-Datei in der sich die Konfiguration der VM befindet sowie für jede virtuelle Disk eine *.vmdk-Datei. Die hier noch zu sehende *.mf-Datei beinhaltet nur die Prüfsummen der im Archiv vorhandenen Dateien und ist nicht von Interesse.

Zunächst erstellt man nun eine neue VM unter Proxmox. Um späteren Problemen beim Start der VM aus dem Weg zu gehen ist es sinnvoll, zuvor einen Blick in die *.ovf-Datei und dort insbesondere in die Bereiche <Hardware>  und <StorageControllers> zu werfen. Die Angaben können helfen, beim erstellen der neuen VM eine geeignete Hardware-Auswahl zu treffen.

Bewährt hat sich ein Standard System mit LSI 53C895A SCSI-Controller und einer Intel E1000 Netzwerkkarte. Die Anzahl der Prozessorkerne und die Arbeitsspeichergröße ist weniger kritisch. Das Laufwerk spielt überhaupt keine Rolle, da das Laufwerk später aus der *.vmdk-Datei importiert wird. Über die Web-GUI kann man aber eine neue VM nur mit einem Laufwerk erstellen. Somit geht man nach dem erstellen in der neuen VM zum Punkt Hardware, wählt das Laufwerk aus und betätigt den Punkt Aushängen wodurch das Laufwerk zu Unused Disk 0 wird und danach entfernt werden kann.

Im Anschluss wird die *.vmdk-Datei mit diesem Aufruf importiert.

# qm importdisk 106 ./debian/debian64bit-disk001.vmdk local -format qcow2
importing disk './debian/debian64bit-disk001.vmdk' to VM 106 ...
Formatting '/var/lib/vz/images/106/vm-106-disk-0.qcow2', fmt=qcow2 cluster_size=65536 extended_l2=off preallocation=metadata compression_type=zlib size=137438953472 lazy_refcounts=off refcount_bits=16
transferred 0.0 B of 128.0 GiB (0.00%)
transferred 1.3 GiB of 128.0 GiB (1.00%)
transferred 6.4 GiB of 128.0 GiB (5.00%)
transferred 11.5 GiB of 128.0 GiB (9.00%)
...
Successfully imported disk as 'unused0:local:106/vm-106-disk-0.qcow2'

Die VM-ID und der Pfad zur *.vmdk muss natürlich angepasst werden. Das Ziel local und das Format qcow2 entspricht dem Standartformat von Proxmox. Wer das so nicht verwendet, muss auch das anpassen.

In der VM findet man nun erneut eine Unused Disk 0, welche man per Doppelklick auswählt und der VM hinzufügt.
Um Probleme beim Start der VM zu vermeiden ist es Sinnvoll, den weiter oben bereits erwähnten Blick in die *.ovf-Datei bei der Auswahl des Bus/Device für das Laufwerk zu berücksichtigen.
Es ist durchaus möglich, das Treiber für SCSI oder VirtIO in der VM nicht vorhanden sind und unter Bus/Device SATA oder gar IDE gewählt werden muss um das System zunächst starten zu können.

Abschließend geht man zum Menüpunkt Optionen dieser VM und wählt unter Boot-Reihenfolge das neue Laufwerk als Bootlaufwerk aus.