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Paketreste in Proxmox entfernen.

Von Zeit zu Zeit ist es sinnvoll, in Proxmox (wie auch in Debian) nachzusehen, ob sich in der Zwischenzeit Reste von Paketen angesammelt habe die bereits deinstalliert wurden. Dies kann z.B. beim verwenden von apt autoremove geschehen.

Anzeigen lässt man sich unvollständig deinstallierte Pakete mit diesem Kommando.

# dpkg -l | grep ^rc
rc pve-kernel-5.3.13-1-pve 5.3.13-1 amd64 The Proxmox PVE Kernel image
rc
xml-core 0.18 all XML infrastructure and XML catalog file support
rc
libsensors4 3.4.0-4 amd64 library to read temperature/voltage/fan sensors
rc
python3.5-minimal 3.5.3-1 amd64 Minimal subset of the Python language (version 3.5)

Das rc zeigt, dass die Pakete zwar nicht mehr installiert sind, sich die Konfigurationsdateien aber noch auf dem System befinden.

Die Statusangabe besteht aus insgesamt 3 Stellen die im einzelnen diese Bedeutung haben. (Die 3. Stelle wird nur bei Bedarf angezeigt.)
Ein Großbuchstabe als Status oder Fehler zeigt dabei an, dass das Paket wahrscheinlich schwere Fehler verursachen wird.

Gewünschte Aktion:
u
Unbekannt
i
Installiert
h
Halten
r
Entfernen
p
Vollständig Löschen
Paketstatus:
n
Nicht installiert
c
Config-Datei
H
Halb installiert
U
Entpackt
F
Fehlgeschlagene Konfiguration
W
Trigger erwartet
t
Trigger anhängig
i
Installiert
Fehler-Schalter:
R
Neuinstallation notwendig

Diese Reste lassen sich nun mit diesem Kommando entfernen.

# apt purge `dpkg -l | grep ^rc | awk '{print $2}'`

Es muss dringend darauf geachtet werden, was gelöscht werden soll!

Hat man sein System zwischenzeitlich auf ifupdown2 umgestellt, ist Vorsicht angebracht, da auch die "Reste" von ifupdown zum Löschen angeboten werden!

Es wird unter anderem die Datei /etc/init.d/networking und der Symlink /etc/rc0.d/K01networking gelöscht wodurch man beim nächsten Start kein Netzwerk mehr hat.
Empfohlen wird in diesem Fall, nach apt purge und vor einem Neustart mit apt install --reinstall ifupdown2 diese Dateien wiederherzustellen. Das hat hier, bei Proxmox 6.4-9 jedoch nicht funktioniert.
Funktioniert hat nur das Sichern der beiden Dateien vor dem Aufruf von apt purge und anschließendes zurückschreiben der beiden Dateien.

Bei einer späteren Suche nach Paketresten, wird ifupdown nicht mehr aufgeführt.